Wann wird die EZB zugeben (müssen), dass wir in einer Deflation sind?
Mai 2014
Signor Draghi kämpft seit Monaten und Wochen um das richtige Wording in welcher wirtschaftlichen Lage die Eurozone steckt. Nur, er weiss es ja selber nicht. Schon gar nicht kann ein Notenbanker in die Zukunft schauen. Wieso dann nicht entsprechend und wahrheitsgerecht kommuniziert wird bleibt in Frage gestellt oder kann nur erahnt werden.

Mit all den "dicken Berthas", "Bazookas, oder wie die Kriegsgeräte alle heissen" und "Geld-Tsunamis" darf nichts mehr schief gehen. Da solche aussergewöhnliche Massnahmen seit 2008 einmalig waren und sind, konnte auch niemand das Verhalten der Finanzmärkte abschätzen respektive voraussehen sondern nur erhoffen. Die Hoffnung ist bis heute aufgegangen, zum
Glück. 

Die Quintessenz dieser Massnahmen sind, dass wir weltweit an vielen Aktienmärkten neue Höchststände erreicht haben und wir alle das Gefühl haben die Welt sei so in Ordnung. Das Ziel wurde jedenfalls erreicht: Die Zinsen wurden auf Null gedrückt, somit hat der Anleger in vielen Fällen keine andere Wahl als in Dividendentitel zu investieren welche ansprechende Renditen erzielen. Da ja die Aktienmärkte seit 2008 praktisch ununterbrochen steigen (in der Geschichte eine der längsten Haussephasen) bekommen die Anleger auch das Gefühl, dass dies ein Dauerzustand ist und die Aktien nie mehr fallen werden und wenn dann höchsten ein paar Prozente... aha!

Somit wurden alle Schwarzseher eines besseren belehrt...!!!
http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/boerse-inside/weltuntergang-schlechte-zeiten-fuer-schwarzseher/9978180.html

Noch im Februar 2014 versprach Herr Draghi: "WIR HABEN GANZ KLAR KEINE DEFLATION"
http://www.handelszeitung.ch/konjunktur/ezb-praesident-haben-ganz-klar-keine-deflation-574704

nur um die Märkte und das Volk zu beruhigen. Die Tendenz in welcher wir stecken zeigt immer mehr die Parallelen zu Japan auf und wenn man in den letzten Jahren genau hinschaute konnte man dies schon früher interpretieren. Dass wir es nicht zulassen wollen ist eine andere Geschichte. Wie die EZB Ende Mai vor einem Börsencrash warnt kann auch nur erahnt werden (vielleicht weil sie doch irgendwelche Gefahren am Horizont sieht und nicht plötzlich als "Daueroptimist" dastehen will?)
http://www.handelszeitung.ch/konjunktur/ezb-warnt-vor-crash-den-boersen-618782

Am Donnerstag wird die EZB den Märkten der vorweggenommene Optimismus liefern müssen.

Szenario 1: Alles ist eingepreist und wir sehen keinen DAX über 10'000 (vorläufig) und wir haben dann wohl eine bestätigte Deflation
Szenario 2: Er liefert nichts (was eher unwahrscheinlich ist), dann werden die Märkte wohl irgendwie reagieren
Szenario 3: Überraschung!!!

Wie die EZB kommunizierte in den letzten 6 Jahren ist unglaublich spannend und immer wieder "widersprechend":
http://www.worldmarkets.ch/files/notenbanken/gezb.html
Älterer Post Home Neuerer Post
Top