In zwei Tagen wurden Dax, Dow und Co. durchgeschüttelt.
Das kann doch nicht sein, die Notenbanken stützen doch die Märkte die nächsten 100 Jahre und die Zinsen bleiben ewig tief, weil es schlicht und einfach kein Weg zurück gibt.
Und wir werden sehen ob dies nur eine Korrektur im ewigen Wachstum ist oder ob Anleger bereits wieder Angst bekommen ihr Geld zu verlieren à la 2000, 2008/9 und ansatzweise 2011. In steigenden Märkten spielt das Kurs-/Gewinnverhältnis für die Anleger und Analysten eine eher untergeordnete Rolle. Diese meist erhöhte Messzahl wird nicht selten mi einem zukünftigen Wachstum einer Firma argumentiert und gerechtfertigt und spielt selten eine wichtige Rolle. Interessanterweise wird diese Messzahl in fallenden Märkten wieder beachtet. Diejenigen Anleger welche diesen Gradmesser aktuell mal etwas genauer analysierten, werden erkannt haben, dass wir vor allem im Technologie- wie auch Biotechsektor sehr hohe, wenn nicht gar ziemlich hohe, wenn nicht sogar utopische Werte haben (Twitter, Amazon, Linkedin etc etc).
Welcher Profianleger nimmt nicht gerne schon mal Gewinne mit? Ein Grossteil der Profis haben ihre Schäfchen wohl schon längst im trockenen, das hat man an den sehr hohen Insiderverkäufen der letzten Monate gesehen (Dies heisst nicht wenn die Profis verkaufen, dass es dann gleich morgen in Richtung Süden geht). Wer ist denn noch engagiert? Richtig! Eine Vielzahl der Privatanleger über Fondsanlagen der Banken und teilweise direkt in Aktien (meist aufgrund eines heissen Tips des Nachbarn oder der Familie), getrieben von Medien und immer höheren Kurszielen der vermeintlich abhängigen Analysten.
Zu alledem kommt jetzt auch noch das Thema "Deflation" auf den Tisch ....und irgendwie riecht es nach dem japanischen Deflationsszenario:
http://www.nzz.ch/finanzen/aktien/uebersicht_aktien/droht-europa-ein-japanisches-szenario-1.18195982
Die Parallelen dazu sind frappant. Seit 2008 vielleicht auch schon vorher, erleben wir, dass sehr vieles immer günstiger wird, also Deflationstendenzen da sind. Die Deflation spüren wir in Europa schon ziemlich deutlich im Konsum der teilweise massiv günstigen Produkte... vieles ist tatsächlich spotbillig. Nix von Inflation. Wieso die Notenbanken dies nicht erkannten oder erkennen wollten sei im Raum stehen gelassen. Draghi bibberte sich erstmals in der letzten Notenbanksitzung durch dieses Thema.
http://www.nzz.ch/wirtschaft/wirtschaftspolitik/tiefe-preise-so-weit-das-auge-reicht-1.18198981
http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-03/japan-europa-krise
Fakt ist; gelöst ist immer noch rein gar nichts! Während die WachstumsPROGNOSEN
http://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltbank-weltwirtschaft100.html
http://www.focus.de/finanzen/news/wirtschaftsticker/konjunktur-goldman-sachs-erwartet-langen-aufschwung-ohne-inflationsrisiken_id_3540332.html
nach oben hinausschiessen spiegeln die realen Zahlen in die falsche Richtung, auch wenn zum Beispiel in Amerika immer wieder die fallende Arbeitslosenquote als positives Argument herangezogen wird. Gibt es tatsächlich weniger Arbeitslose oder werden viele einfach im System nicht mehr erfasst? So kann man die Zahlen (in jedem Land) etwas schönmalen. Aber die Börse nimmt ja die Zukunft vorweg und orientiert sich nicht an den aktuellen Zahlen. Aha, wir können also in die Zukunft sehen!
...hatten wir doch alles schon einmal... vielleicht und hoffentlich erleben wir nicht wieder ein Déjà vu! Dies wäre gar nicht gut, denn um die Wirtschaft anzukurbeln haben die Notenbanken die Munition der Zinssenkung verschossen.