Tic.. Tec.. Tic.. Tech.. Techno.. Technology Rallye!
Januar 2014
Ende der 90er Jahre brach die Euphorie des aufkommenden Internetbooms auf die Anleger über. Man kaufte alles was Rang und Namen rund um das Internet hatte. Gewinne? Wieso Gewinne, Hauptsache es hat irgendetwas mit Internet zu tun. Kurs/Gewinnverhältnisse (welche es damals nicht gab, weil praktisch alle Internetfirmen Verluste schrieben) wurden als lächerlich und in der aktuellen Bemessung einer Firma als veraltete Methode dargestellt. Der Boom dauerte 5-6 Jahre, dann kam der grosse Knall.
http://www.worldmarkets.ch/files/marktereignisse/checkdotcombubble.html

2.0! Der Markt will beweisen, dass es doch klappt. 13 Jahre!!! ist es her als damals im März 2000 das Gewitter im IT/Internet Sektor aufzog und praktisch sämtliche Weltbörsen von Ihrem Thron stürzten und Anleger Milliarden von Dollar vernichtet sahen.

Heute ist alles anders, viele Technologien wurden weiter entwickelt und auch gelangen nicht mehr in der Breite Firmen an den Markt, welche oft nur Kosten für die Briefkastenanschrift und die extraorbitanten Managergehälter hatten. Gehälter welche allesamt durch das sogenannte "Dilution", also Kapitalerhöhung durch Ausgabe von neuen Aktien bezahlt wurden (wie denn sonst?), also sprich durch den Aktionär. Meist kurz nach bahnbrechenden börsenkursrelevanten Mitteilungen, welche den Aktienkurs nach oben hievten, konnten die Manager (wenn man überhaupt von einem Manager sprechen kann) somit ihre Aktienanteile verkaufen. Dies passiert übrigens auch heute noch vor allem im Biotech-Sektor.

Ist heute wirklich alles anders? Heute knapp 10-15 Jahre später stehen wir jedenfalls erneut an einem solchen Punkt. Die Social Media Firmen (aber auch viele andere Firmen) werden gekauft, als ob es morgen keine mehr gibt. Kurs/Gewinnverhältnisse in astronomischen Höhen werden als Zukunftsmodell verkauf. Selbst Amazon.com werden derzeit in einer Höhe gehandelt, welche nur noch durch die billige Geldpolitik der Notenbanken gerechtfertigt ist. Es gibt jedoch bereits im Markt schlaue Analysten welche die immens grosse Kundendatenbasis (wie zum Beispiel eben bei Amazon, Ebay, Google oder Facebook) als Argument für die hohe Bewertung erwähnen. Aha... hmm... bei Facebook ist diese Datenmenge absolut ein Argument, denn die Welt wird bereits jetzt durch Facebook mitgesteuert. Bei Amazon hingegen ist diese Datenmenge auch gefüllt durch tausende Kunden, welche schon x-Jahre nichts mehr bestellt haben. Kommt hinzu, dass der heutige Internet-Shopping-Kunde in den meisten Fällen dort kauft wo es am günstigsten ist. Also erhöht Amazon die Margen, verlieren sie wohl eher wieder Kunden (in der Datenbank verbleiben sie jedoch). Dass Amazon eine brilliante Strategie hat zweifelt niemand an, dass jedoch Anleger wie Herdentiere deren Aktien hinterherlaufen ist derzeit äusserst fraglich, geschweige denn ein äusserst grosser Optimismus vorhanden, dass die Gewinne künftig massiv zunehmen werden. Jeder der einigermassen rechnen kann, weiss welcher Wert die Amazon Aktie heute (und auch im 2015) aktuell Wert wäre, nämlich wohl eher im zweistelligen denn dreistelligen Bereich. Nur, wir handeln ja die Zukunft, die Zukunft der Aktie und die Zukunft der Geldpolitik, welche sich laut den aktiven Marketplayern und auch dem Verhalten der Märkte nach, nie mehr ändern wird. Oho!
http://www.20min.ch/finance/news/story/14807449

Bei Facebook, welche heute Geld verdient und ein KGV-Verhältnis im zweistelligen Bereich hat, ist die Euphorie eher gerechtfertigt, denn wie schon erwähnt wird Facebook durch die Herrschaft im Internet tendenziell noch viel mehr Geld verdienen. Facebook könnte eine Art Download-Company werden. Downloads für Filme, Musik, Bücher etc..

Bei Twitter, hat der Hype seinen Höhepunkt erreicht. Die Firma ist derzeit 32 Milliarden US Dollar wert, wird bis voraussichtlich 2015 keinen Rappen verdienen und machen im 2013 gerade mal ca. 600 Millionen Umsatz! Da wird einem nicht nur die Zukunft verkauft sondern gleich auch die Pensionierung dazu.
http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Der-TwitterBoersengang-weckt-boese-Erinnerungen/story/16359647

Es gibt auch positive Beispiele wie Google, Ebay und noch andere Internetfirmen welche gutes Geld verdienen, zwar nicht derart überteuert sind wie die oben erwähnt, jedoch auch mit der billigen Geldpolitikwelle ebenfalls etwas fahrlässig nach oben getrieben werden.

Nicht auszudenken was passiert, wenn sich das Wachstum abschwächt oder durch ein seit ein paar Jahren prognostizierter Wirtschaftswachstumsschub die Zinsen angehoben werden müssen. Ein Tsunami kommt mit Vorwarnung, offenbar ist die Welle jedoch noch nicht ersichtlich oder man ignoriert sie.
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