Running out of time - Im Rausch der Notenbanken
September 2013
und wir fühlen uns als ob alle wirtschaftlichen Probleme vom Tisch sind. Der Massstab für dieses Gefühl ist an den Börsenplätzen ersichtlich. Überall weltweit neue Allzeit- oder Höchststände seit 2008, seit dem Lehman Kollaps.  In Kombination mit dem Konsumboom der derzeit (immer noch) herrscht fühlen wir uns in einer komfortablen Situation. Vergleichbar mit einem alkoholtrunkenem Menschen, welcher sich in einem Rausch befindet.
Diese Situation war zu erwarten, denn wie sagte Signor Draghi im Sommer 2012? "Der Euro ist absolut nicht in Gefahr", "Glauben Sie mir, es wird ausreichen....". Diese Ankündigung hat gereicht, verglichen wie damals im September 2011 Hildebrand den CHF "rettete", um den Börsen weltweit diesen Boom zu ermöglichen.
Ein ganz gute Situationsschilderung oder anders gesagt, auf den Punkt gebracht von Klaus Wellershoff:
www.handelszeitung.ch/konjunktur/was-ist-schon-normal-491848
Wir schwimmen wie Dagobert Duck in Geld. Der Unterschied ist, Onkel Dagobert hatte dauernd Angst, dass sein Geld von den "Panzerknackern" gestohlen wird. Wir müssen hoffen, dass uns die Notenbanken mit dieser extrem Nullzinspolitik nicht zu viele faule Eier ins Nest gelegt haben.
www.nzz.ch/finanzen/uebersicht/boersen_und_maerkte/boersen-treiben-geldvermoegen-auf-rekordhoehe-1.18156004
Wie sagte Schäuble 2012? "Am Schluss kaufen die Notenbanken alte Fahrräder"! Nun sie kaufen keine Fahrräder sondern Anleihen von Ländern welche a) entweder Pleite sind oder b) bald Pleite gehen würden.
www.handelsblatt.com/politik/international/efsf-hilfe-fuer-spanien-schaeuble-dementiert-berichte-ueber-anleihenkaeufe/v_detail_tab_imagegallery/6932642.html
Keiner will hören, dass wir irgendwann die Rechnung für die weltweite exponentielle Verschuldung bezahlen.
Ebenso sind Steuererhöhungen nur eine Frage der Zeit.
Mehrwertsteuern dürfte eher steigen denn fallen.
Auch führt eine derartige Geldschwemme (auch wenn sie diesmal nicht zu 100% in den Wirtschaftskreislauf also in den Konsum fliesst) eigentlich zu Inflation.
Der Markt ignoriert die Risiken am Immobilienmarkt. In Europa sind die Preise seit 2008 gefährlich hoch gestiegen und wer aktuell nach Amerika schaut, der traut seinen Augen kaum. Nun auch dort führt die Nullzinspolitik zu diesem Szenario.
www.nzz.ch/finanzen/uebersicht/boersen_und_maerkte/immobilienpreise-in-den-usa-rasant-gestiegen-1.18156328
Wir fahren derzeit die längste Tiefzinsphase der Wirtschaftsgeschichte, dies lockt viele zur Verschuldung sei es im Immobilienbereich oder im Privatkonsum. Eine eventuelle, jedoch wohl irgendwann unausweichliche weltweite Zinserhöhung könnte die ganze Tiefzinsparty zum stoppen bringen.
Fakt ist unsere Gesellschaft wird derzeit von den Kapriolen der Finanzmärkte gesteuert. Wir sitzen in der Achterbahn und sind hilflos was kommen wird, denn wir werden vermutlich gar nichts steuern können. Wie jedesmal die Wirtschaftsgeschichte gezeigt hat.
Ach ja, und morgen eskaliert der US-Budgetstreit. Egal was kommt die Verschuldung steigt so oder so weiter.
PS: Dieses Video ist 2011 erschienen, und habe ich im Blog schon mal gepostet.
Er hatte nicht das korrekte Timing aber der Inhalt ist ab 2 Minuten 20 ziemlich klar erklärt!
www.youtube.com/watch
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