Das Timing der Markt-Analysten
April 2013
und erneut erwischen die Analysten ein perfektes Timing. Kaufen kaufen kaufen, die Widerstände sind überwunden, one way street, DAX, SMI 15'000... Medien berichten über neue Höchststände an den Börsen..... ahhh war da nicht schon mal was? Ein immer wiederkehrendes Phänomen: Analysten schicken die letzten privaten Anleger an die Börse. Dabei muss man nur die Charts anschauen... Nikkei und Co. zeigen Steil zum Mond. Dass dies nicht gutgehen kann, wissen die erfahrenen Anleger, welche in einer Hausse oft belächelt werden und eben vorsichtiger agieren. Etwas Angst macht dabei zusätzlich, dass auch der Chart der Verschuldungen und Geldmengen "to the moon" zeigen..., dies ist jedoch ein anderes Thema welches sich zu einem späteren Zeitpunkt Schlagzeilen verschaffen wird.
 
Ein Beispiel:
Eine Empfehlung für den SMI wurde am 16.5.2013 bei 8300 Punkten ausgesprochen.
Der SMI stand am 20.6.2013 also knapp 1 Monat später bei 7496 Punkten.
 
Ein kleines Beispiel wie ein Angestellter (abhängiger) Bankanalyst einer Bank Kleinkunden in den Markt locken könnte:
Der SMI bei 15000 Punkten ist realistisch. Dies will nicht heissen, dass wir nicht jemals irgendwann 15000 Punkte sehen, aber -> Timing is everything. Fakt ist aus Erfahrung; erwischt ein Privatanleger das falsche Timing, haben die meisten Anleger nicht die Nerven und Geduld den Markt auszuhalten.
 
www.handelszeitung.ch/invest/der-smi-bei-15000-punkten-ist-realistisch
 
Man wird höchst selten von einem Bankanalysten lesen, welcher der Öffentlichkeit auf tiefen Indexständen mitteilt, dass man am Markt einsteigen soll, genauso wenig wird man von Bankanalysten hören, dass man bei stark gestiegenen Aktienkursen jetzt aussteigen sollte. Das Problem ist; dass es immer ein gleiches Schema ist, auf welches Privatanleger trauernd den entgangenen Gewinnen nachschauend reinfallen und genau diese verlieren dann innert kurzer Zeit Geld meist auch die Nerven.
 
Unbestätigte Gerüchte besagen, dass Banken auf hohen Index- oder Aktienständen, Kaufempfehlungen ausgeben um die Volumen zu pushen und somit zu hohen Kursen mit ihren eigenen Beständen aus dem Markt kommen. Ist aber nur ein Gerücht.
 
Und a Propos Timing:
 
Februar 2007, damals war der SMI ca. bei 9000 Punkten nach einem jahrelang dauernden Wiederanstieg. Zu dieser Zeit war, hätte man den Blick etwas mehr nach Amerika zugewandt die Immobilienblase bereits geplatzt und die Preise schon im freien Fall und es wurde von vielen Seiten teils massivst gewarnt (wie auch heute.....).
 
www.worldmarkets.ch/files/housing/housingmarketusa.html
 
Ein Pressebericht desselben Analysten zeigte folgende Schlagzeile.
 
"Auf jeden Fall dabeibleiben"
 
www.nzz.ch/2007/02/04/bm/articleeudme_1.107507.html
 
Der SMI stürzte darauf bis auf 4500 Punkte ab (also ca. 50% Verlust). Viele dieser Anleger welche den Ausstieg verpasst haben und natürlich zum falschen Zeitpunkt ausgestiegen sind (und dabei sind sehr viele ausgestiegen, denn die meisten Anleger halten solche Verluste nicht aus und haben Angst vor einem Totalverlust und verkaufen deswegen teils panikartig ihre Aktienbestände). Würde ein Bankanalyst zu diesem Zeitpunkt zum Verkauf raten, würden die Erträge seines Arbeitgebers wohl deutlich zurückkommen....!!!
 
Und zu guter Letzt der japanische Markt:
"Die Japaner schaffen die Wende", "die Geldschwemme hat erst begonnen und dauert noch mindestens 2 Jahre".... Schlagzeilen die zum Kaufen animieren:
Der Nikkei stand im Mai bei einem neuen Jahreshoch nach 80% Kursanstieg bei 15'900 Punkten.
 
Aktuell am 20. Juni 2013 stehen wir wieder unter 13'000.
Für die Letzten die noch auf den Zug aufgestiegen sind, ein Debakel.
 
Und die FED hat "Zoom" gemacht! Eines ist wohl klar nicht nur die Schweizer Banken können zwischen Pest und Cholera wählen sondern wohl auch die Weltwirtschaft. Aus diesem Geldtsunami werden wir wohl kaum heil entfliehen können.
 
www.handelszeitung.ch/konjunktur/amerika/fed-chef-bernanke-signalisiert-ausstieg-aus-anleihekaeufen
 
Cheers! 
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