Die Märkte ausser Kontrolle? Wahrnehmung und Wirkung!
Februar 2013
IST SITUATION:
 
ZINSEN: Die Zinsen befinden sich in den wichtigen Industriestaaten auf historisch tiefstem Niveau.
ANLEIHEN: Die Anleihen befinden sich ebenfalls auf historisch tiefem Zinsniveau, daher spricht man immer öfter das Wort "Anleihenblase" aus.
IMMOBILIEN: Fragen wir mal die Amerikaner, die Iren, die Spanier, die Engländer... die haben das Platzen der Immobilienblase bereits erlebt und spüren die Auswirkungen teils massiv bis heute noch. Auch Japan musste nochmals nach der grossen Krise 1990 Federn lassen. 
 
www.handelsblatt.com/finanzen/immobilien/nachrichten/guenstige-gelegenheit-preisverfall-macht-japan-attraktiv/3112616.html
Es gab einen Wertzerfall bei den Immobilien nach 2008!
 
Bei all den geplatzten Immobilienblasen wurde vorher gewarnt, in Amerika das erste Mal ca. 2002 also 5 Jahre vor dem Knall danach immer wieder (siehe auch: www.worldmarkets.ch/files/housing/housingmarketusa.html:
 
www.welt.de/print-welt/article398155/Analysten-warnen-Immobilien-Blase-wird-langsam-zu-einer-Gefahr.html
 
Wenn wir also in der Schweiz, Deutschland und anderen Ländern von einer Immobilienblase sprechen ist dies definitiv ernst zu nehmen und nicht schönzureden ("Es gibt keine Immobilienblase" - "Die Immobilienblase ist herbeigeredet").
 
WIRTSCHAFT: Europa befindet sich in der Rezession, zwischenzeitlich sogar mit Fakten hinterlegt:
 
www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Rezession-in-der-Eurozone-vertieft-sich/story/16485027
 
Was hat der EZB Chef Trichet damals 2011 zu Europa gesagt? Europa drohe KEINE Rezession.
www.nzz.ch/finanzen/nachrichten/laut-trichet-droht-weltwirtschaft-keine-rezession-1.12460327
 
Und auch Frau Merkel hat noch Ende 2012 keine tiefgreifende Rezession erwartet. Eine Rezession muss nicht tiefgreifend sein, damit Leute entlassen werden können (obwohl die Firmen immer noch gutes Geld verdienen würden)...!
 
www.daf.fm/video/newsflash-merkel-erwartet-keine-tiefgreifende-rezession-in-europa-50158588.html
 
Soviel zum Thema wie wir von höchsten Stellen informiert werden.
 
Tatsache ist auch, dass wir oft von Wachstum, sinkenden Arbeitslosenzahlen etc. lesen und hören. Hören wir auch von ansteigenden Sozialfällen, Sozialhilfen, Unterstützungen etc.? Die "Big Companys" machen Gewinne wie noch nie, wie stehts um kleinere Firmen? Lesen wir nicht seit 2008 eher gefühlt mehr von Firmenpleiten, Entlassungen hier, Entlassungen da? Parallel dazu fallen die "offiziellen" Arbeitslosenzahlen -> vor allem USA und Deutschland! Die alles passt irgendwie nicht zusammen. Ausserdem haben wir noch Irland, Portugal, Griechenland, Spanien und zuletzt Zypern welche mit europäischen Steuergeldern gestutzt äh gestützt werden mussten. In der Hoffnung das Zypern das letzte taumelnde Land war (so nebenbei werden wohl die Probleme erst jetzt beginnen) spricht schon der nächste Analyst respektive Eurogruppen-Chef von der Krise welche vorbei ist:
2013:www.faz.net/aktuell/wirtschaft/europas-schuldenkrise/jeroen-dijsselbloem-eurogruppen-chef-zypern-rettung-ist-wendepunkt-12127787.html
 
2012: Dr. Varnholt jetzt bei Bank Sarasin prophezeit dass sich die Krise in Luft auflöse
 
www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/anlagestrategie/anlagestratege-im-interview-die-krise-loest-sich-bald-in-luft-auf/6231522.html
2007: Genau dieser Dr. Varnholt, damals noch bei Credit Suisse angestellt, erkannte die Immobilienkrise nicht und prophezeite eine weiteres boomen der Börse
 
www.nzz.ch/aktuell/startseite/articleEUDME-1.107507
 
Also: Finger in die Luft und nach dem Wind orakeln...?...!
 
AKTIEN: Ein geldgetriebener von Notenbanken injizierten (infizierten) weltweiten Aktienboom, seit der Ankündigung von Mario Draghi im Spätsommer 2012.
 
DIE WIRKUNG:
All die obigen Beobachtungen eingeschlossen, nennen wir es vorerst einmal Marktsituation und nicht Probleme führen zu einer Assetinflation sämtlicher Anlageklassen (massive Preissteigerungen).
 
Die Aktien (der Puls der Menschen und Wirtschaft) locken mangels attraktiven Zinsanlagen wieder Personen aufs Parkett welche eigentlich nicht einem Risikoprofil eines Aktionärs entsprechen. Nebst dem kann man sich grundsätzlich die Frage stellen, ob überhaupt all die "gebrannten" Anleger seit den 90er Jahren jemals wieder an den Aktienmarkt zurückkehren. Die Handelsvolumen der Weltbörsen lassen darauf schliessen, dass dies (bis jetzt) nicht mehr der Fall ist.
 
Fakt ist der Bankkunde muss sich überlegen und wahrscheinlich akzeptieren, dass er mehr Risiken eingehen muss um eine anständige Rendite zu erzielen (zumindest solange die anderen Anlageklassen nicht wieder in sich zusammenfallen). Ansonsten die derzeit irgendwie unsichtbare aber doch vorhandene Inflation (Ölpreis, Benzin, Wohnungsmieten, die kommenden Steuererhöhungen etc.) das Geld auf dem Konto wegschmelzen lässt. Die risikofreie Anlage gibt es nicht (mehr):
 
www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-maerkte/anlagestrategie/niedrige-zinsen-die-konservative-geldanlage-gibt-es-nicht-mehr/7702186.html
 
Es gibt in der ganzen Wirtschaftspolitik kein Weg mehr zurück, die Notenbanken haben sich quasi verpflichtet alles zu tun um unser System im Gang zu halten. Ob dies mit dem "Geld drucken" und "Anleihen kaufen" und wohl auch "Stützung der Aktienmärkte", in welcher Form auch immer, erreicht werden kann, wird uns die Zukunft zeigen. Es ist wohl auch nicht ein Problem, dass wir Inflation bekommen, sondern eher ein Problem, dass unser Sozialsystem aus den Fugen gerät, denn wie uns die Notenbankkönige weis machen wollen, dass wir keine Inflation haben, sollen sie besser dafür besorgt sein, dass im Arbeitsmarkt wieder neue Stellen geschaffen werden... und wenn man seit 2008 die Zeitungen aufschlägt und darin liest, geschieht dies seit 5 Jahren nicht mehr.
 
www.rundschau-online.de/wirtschaft/wirtschaftskrise-soziale-kluft-in-europa-waechst,15184892,21419874.html
 
Das ganze wird wohl auch heissen, dass wir auf eine Stagflation zusteuern. Die Zinsen können im jetzigen Szenario kaum erhöht werden, ansonsten wir wohl einen ersten Knall hören werden.
 
Der Baltic Dry Index spiegelt die weltweiten Schiffsverfrachtungen. Ein Blick darauf genügt, dass nach gesundem Menschenverstand auch hier nicht die gewünschte Entwicklung ersichtlich ist:
 
Source: www.dryships.com
 
Werfen wir einen Blick auf die weltweite Geldmengenentwicklung, reicht die normale Brille teilweise nicht mehr um in der Höhe das Ende der Fahnenstange zu erkennen. Der Unterschied zu damals (1929?) ist, dass das Geld wohl nicht in die Wirtschaft fliesst, sondern in den Banken stecken bleibt, damit diese nicht durch finanzielle Engpässe Pleite gehen, welches eigentlich ein normaler aber schmerzhafter Prozess wäre um Bereinigungen im Markt zu vollziehen. Dabei wäre dann der Markt bereinigt, jedoch wird seit den 80er Jahren nicht mehr bereinigt, sondern gepumpt und gestützt und eben die Geldmenge aufgeblasen.
 
GELDMENGE IN EUROPA
Source. www.tagesgeld.info
 
Ein Beispiel für die Geldmengenentwicklung in den USA:
Source: research.stlouisfed.org
 
und hier noch ein Chart der US Verschuldung bis 2009, derzeit stehen wir bei ca. 16.3 Billionen also kann ein jeder mit seiner Phantasie den Chart virtuell noch weiterzeichnen:
Source: commons.wikimedia.org
 
Der Unterschied zu damals ist auch, dass eine Grosszahl der Menschen in den Industrieländern (mit Betonung auf Industrieländern) heute alles haben was sie brauchen aber auch nicht brauchen. Die Menschen in den 30er Jahren hatten nichts im Vergleich zu heute. Also gib dem Kinde sein "Spielzeug" und Ruhe ist.
 
Man wird bei alledem das Gefühl nicht los, dass dies nicht gut gehen kann. Nur, es wird wohl ein Ereignis sein welches weder Analysten noch Staatsoberhäupter voraussehen, welches das instabile Kartenhaus zum Zusammenbruch führen wird. Wann immer dies auch geschehen wird oder aufgrund von Nostradamus'' oder anderen Propheten Vorwarnungen geschehen soll. Also verfolgen wir mit Spannung die weiteren Entwicklungen. 
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