...und wohl nur wenige Anleger sind dabei. Da nun jedoch viele Medien (Fernsehen, Zeitschriften und Internet) vom unglaublichen Aktienboom mit neuen Rekordhochs berichten, werden wir wohl wieder um 14 Jahre in der Erinnerung zurückversetzt und wir laufen auf neue Hochs oder gar in einen klassischen Börsenhype hinein. Oder kommt es diesmal tatsächlich anders? Ziemlich sicher nicht, die Frage ist nur in welcher Höhe die Fahne erneut knicken wird und dann neue Skandale den a) zu spät Eingestiegenen und b) auch viele anderen Aktienlegern wieder Verluste bringen wird. Der Schlüssel zu alledem ist die derzeitige Notenbankenpolitik, das wirtschaften mit Geld und genau dieses wirtschaften wird uns gefühlt aber wohl ziemlich sicher noch vor felsbrockengrosse Probleme stellen.
Auf der anderen Seite des Schattens stehen Bonds und der Geldmarkt auf rekordtiefem noch nie dagewesenen Niveau. Verschuldungen nehmen in einem Ausmass zu welches ebenfalls weltweit noch nie dagewesen ist (es gibt auch heute noch hochrangige Politiker die glauben man werde diese Schulden wieder abbauen, einfach so). Ja, werden wir wohl nur, das wird Otto-Normalbürger bezahlen. Die Geldmenge rast in einem Tempo in die Höhe wo einem schwindlig wird. Unternehmen machen Rekordgewinne zu Lasten von entlassenen und ausgesteuerten Mitarbeitern. Alles kein Problem mag man den Herren Notenbankchefs glauben.
Der unglaubliche Gelddruckwahn der Notenbanken beschert uns die schönsten Kursgewinne an den Aktienbörsen seit langem oder gar (für die jüngeren Semester) seit jeher, zum Beispiel der fulminante geldgetriebene Anstieg des Nikkei Indexes binnen wenigen Monaten von 8'500 auf beinahe 12'000 Punkte.
Wenn wir shoppen gehen spüren wir eine gefühlte starke Deflation, denn viele Preise von gekauften Waren sind in der Produktionskette ziemlich sicher nicht mehr ausreichend um alle involvierten Zulieferern zu bezahlen. Heisst wohl auch, wir in Europa profitieren zu günstigen Preisen, während in anderen Kontinenten wie zum Beispiel Asien zu unzureichenden Dumpinglöhnen produziert wird. Ein ziemlich grosses Ungleichgewicht welches im Moment noch gar kein Thema ist oder werden darf. Dass wir in einer total übersättigten Welt leben, ist ein weiterer Punkt, welcher in unserem kapitalistischen Finanzsystem natürlich eher positiv zu werten ist.
Geniessen wir die Party (wenn man denn auch eingeladen ist) und schauen in die Gesichter der glücklichen Aktienhändler.