Fussball in den 70, 80er Jahren war gesund. Es gab wenige Spieler welche kaum 15 Millionen oder mehr kosteten und die Klubs konnten einen vernünftigen Haushalt vorweisen. Klar gab es auch Konkurse wegen Misswirtschaft, jedoch waren dies oft interne Probleme.
Auch ging die Lohnschere nicht derart auseinander wie sie es heute tut. Spieler wie Messi, Ronaldo, Droghba etc. verdienen oft ein vielfaches als die Klubkollegen. Gut, sie sind oft auch besser und schiessen mehr Tore, aber ist dieses Differenz überhaupt gerechtfertigt?
Welcher Klub ist heute noch finanziell gesund, ohne dass jeweils die „Mäzen“ am Ende der Saison das Loch (ver)stopfen? Mr. Abramovich investierte bereits Millionen, wohl im dreistelligen Bereich in Chelsea um den Klub zum Champions League Sieger zu entwickeln. 2012 besteht nach x-Jahren tatsächlich die Chance zur weltweit grössten Erfolgskrönung, es sei ihm gegönnt. Wirklich gesund von den grossen europäsichen „Premier League Klubs“ ist wohl nur Bayern München, der FC Basel in der Schweiz (vielleicht auch noch weitere andere Klubs, welcher nur von den Einnahmen (über)leben können.)
Wenn wir heute die Klubtabellen der grossen Fussballigen anschauen sind meistens zwei Topklubs vorne weg abgeschlagen mit x Punkten Vorsprung (in der Schweiz ist nur der FC Basel)
Es fällt auf, dass es oft Klubs sind, welche massiv investierten (obwohl sie kein Geld erwirtschafteten), eigentlich nach AG-Recht pleite wären und somit die Schere auch im Fussball derart weit auseinander geht, sodass man sich vielleicht einmal über die ganze UEFA/FIFA Struktur Gedanken machen sollte.
Wenn man sich diese Strukturen vor Augen führt, fällt auf. dass man diese Schablone praktisch 1:1 auf die aktuellen Finanzmärkte legen kann:
-Seit den 80er Jahren, werden die Finanzmärkte mit Liquidität vollgepumpt.
-Die Kluft zwischen Arm und Reich wird in den meisten Ländern immer frapanter.
-Die Staaten sind schon lange pleite und können die Verschuldungen nicht mehr abbauen.
-Ein Unterschied besteht noch: Die Fussballklubs sind Vereine, die Gesellschaften an der Börse sind AG’s! Und AG’s gehen, wenn keine Liquidität mehr vorhanden ist, pleite! Aktuellstes Beispiel sind die Glasgow Rangers, der Traditionsklub schlechthin.
Die CEO’s der grossen Konzernen verdienen Millionen obwohl sie es selten wirklich Wert sind. Die Schere im Finanzbereich zu anderen Industrien ist ebenfalls derart weit ausseinander, dass man sich um deren Rechtfertigung Gedanken machen kann. Ausserdem generierte der Finanzbereich vor allem mehr Wertvernichtung als Wertschöpfung. Siehe die CEO’s von UBS und Credit Suisse als markanteste Beispiele; hoch gelobt mit Masterschulabschlüssen beweihräuchert und dann tief gefallen weil sie das Erlente nicht in nachhaltigen Erfolg umwandeln konnten. Nicht zuletzt weil auch die Gier nach immer mehr Wachstum eine Kluft zwischen Bank und Kunden bildeten. Wenn es nicht mehr läuft, springen die Manager ab oder werden mit einem Fallschirm in die Wüste geschickt und haben Boni garniert welche nicht mehr zu rechtfertigen sind und in der Bevölkerung einen gewissen Unmut hinterlassen. Ein Beispiel ist auch die UBS welche seit Jahren offenbar keine Steuern mehr bezahlt. Irgendwann werden die Bürger der Städte (Bürger für Kredite?) diese Zeche bezahlen müssen.
Fazit: Es bekommt einen ein gewisses Ungerechtigkeitsgefühl!