Leider ist es wohl das einzige was uns in den nächsten Jahren am "finanziellen" Leben erhalten könnte; GELD drucken oder den Märkten kostenlos zur Verfügung zu stellen. Das Zinsniveau ist bei Null, allein von dort kommt kein Wachstum mehr zustande. Früher hat Alain Greenspan mit seinen berühmten Reden die Märkte bewegt. Ben Bernanke muss oder kann eigentlich gar nichts mehr mitteilen, er und zwischenzeitlich viele Notenbanken fluten die Märkte mit billigstem Geld. Gemäss EZB brauchen auch die Banken immer wieder Liquidität, wieso wohl?
Die Aktienkurse springen in die Luft und überall wird gejubelt, als ob das oder die Probleme gelöst sind und niemand will hören, dass sie nicht gelöst sind. Es ist wohl richtig, dass wir seit den 90er Jahren eine Wertschöpfung in vielen Bereichen sehen, viele Preise haben heute bereits deflationäre Tendenzen erreicht. Zu welchem Preis wir all dies beziehen werden wir irgendwann sehe, wobei jede Generation hofft, dass es sie selber nicht trifft.
Was können wir in den nächsten Tagen, Wochen, Monaten vielleicht sogar Jahren an den Aktienmärkten erwarten? Was nachdem diese Märkte seit dem August Tief 2011 bereits wieder deutlich zweistellig abgehoben sind? Viele Chartisten und Analysten sprechen jetzt (wie immer) von einem nachhaltigen Aufstieg wenn diese und jene Chartmarke übersprungen wurde.... Wiese wurde nicht zum "Angriff" geblasen als die Märkte im August 2011, März 2009, März 2003, Juli 1998, 1994, März 1991, Oktober 1987 etc. etc. etc. ihre Tiefstände immer wieder erreichten? Nein man wartet bis die Märkte sogenannte Chartmarken übersprungen haben. Es gibt Stimmen im Markt welche behaupten, dass eben dieses Marken nochmals zu pushen gebraucht werden, damit eben diese Analysten (Banken) zu guten Kursen aus dem Markt kommen. Zu spät zum Einstieg wie auch zu spät zum Aussteigen, nämlich dann wenn die Märkte schon auf ein Elendniveau gefallen sind.
Wenn man die letzten 15 Jahre etwas aufmerksam verfolgt hat, kann man diesem Makel nicht unbedingt wiedersprechen. Der Privatanleger bleibt dabei oft auf der Strecke und im wird immer wieder der Spruch von wegen "über lange Frist haben Aktien die bessere Performance als Anleihen" vorgesprochen. Nun heute ist es tatsächlich nicht mehr unmöglich eine bessere Performance zu erzielen, weil die Notenbanken mit ihrer Eingreifpolitik seit 1982 die Märkte mitbeeinflussen oft mit zusätzlichem Drucken von Geld und neuerdings sogar mit dem Aufkaufen von Anleihen verschiedenster auch miserabler Qualität. Leider greifen viele Privatanleger auch in diesen wie auch in zukünftigen Zeiten daneben.
Wie zu Beginn jedoch schon erwähnt; es ist wohl das einzige was zu machen ist, nämlich Geld in die Märkte zu pumpen, damit die Märkte nicht kollabieren.
Für den Aktien-, Rohstoff- und Immobilienmarkt spricht die gigantische Liquidität in den Märkten.
Die genialen Gewinnausweise der Firmen kann man wohl nicht zwingend dazu zählen. Das schlechte wird abgestossen, viele kleinere Firmen sind kollabiert oder mussten fusionieren um zu überleben und viele kleine Firmen (auch nicht börsenkotierte) gehen Tag für Tag Pleite. Was im Ganzen ignoriert wird, ist die massiv steigende Belastung unseres Sozialsystems.
Gegen steigende Märkte spricht die enorme unabsehbare Verschuldung der Länder welche eine Dimension angenommen hat, welche nicht mehr kontrollierbar ist. Ebenso das vorher schon erwähnte massiv belastete Sozialsystem.
Ausserdem will ein Anteil der Menschheit auch nicht wahrhaben, dass wir wohl eher an der oberen Bedürfnisgrenze angelangt sind. Um nur ein Beispiel zu nennen; man gehe in einen grossen Multimediamarkt und versucht dort einen Fernseher von einer unübersichtlichen Anzahl einer und verschiedenen Marken auszuwählen. Im Supermarkt wähle ich zwischen 20 verschiedenen Waschmitteln (selbstverständlich ist jedes das Bessere) aus. Jeder kann sich an diesem Thema weitere Beispiele dazu reimen. Da kommt irgendwie das Gefühl auf, dass irgend jemand (oder mehrere) in der Produktionskette leer ausgeht/ausgehen.
In das ganze System passt, wie Arbeitslosen-, Produktions-, Inflationszahlen und viele andere Statistiken erhoben werden. Entweder man glaubt oder misstraut diesen. Wenn man zum Beispiel in Deutschland lebt und spürt, dass an der vermeintlich laufend publizierten seit Jahrzehnten tiefsten Arbeitslosenzahl etwas nicht stimmen kann. Die Wirtschaft brummt wie noch nie, Rekordsteuereinnahmen etc. etc.....man kann sich dann einfach mal Fragen wieso man auf der anderen Seite Rekorddefizite einfährt. Wurde da etwas kompliziert gerechnet?
So auch in Amerika und wohl vielen anderen Ländern weltweit. In Amerika werden die laufend publizierten Zahlen tendenziell im Folgemonat oft nach unten revidiert (oft in einem kurzen zu ignorierenden Satz). Wohl wahr interessiert auch nicht jedermann, sind ja Zahlen von gestern. Die einen ignorieren dies und diejenigen welche diese Statistiken intensiver beobachten fühlen sich angelogen.
Nun denn, geniessen wir die derzeitige Euphorie mit Hang zur Überschätzung an den Aktien-, Rohstoff- und Immobilienmärkten.