Die Länder müssen sparen, sparen heisst weniger ausgeben, weniger ausgeben heisst Abkühlung der Wirtschaft bis hin zur Rezession. Die Länder müssen sparen weil ihre Schulden unaufhaltsam steigen und wohl nie mehr zurückbezahlt werden (an wen?). Die Anleger wollen für dieses Risiko höhere Zinsen. Ein Teufelskreis wenn man jetzt noch beachtet wo eigentlich die Aktienmärkte in diesem Umfeld stehen. Damit die Länder keine höheren Zinsen zahlen müssen, kauft die EZB in einem wilden Durcheinander diese Staatsanleihen zu jedem Preis auf. Nimmt also einen totalen Kollaps in Kauf. DIESE AKTION MUSS KLAPPEN, WENN NICHT..... Man kann sich jetzt nur noch Fragen wie dies in diesem Umfeld klappen soll.
So sollte man eigentlich denken, nach gesundem Menschenverstand, nur die EZB meint, dass es anders kommen werde. Dies werden wir sehen, ob sie mit ihren Prognosen wenigstens einmal Recht hat.
2001: immer wieder das gleiche Schönreden... bis Ende 2003 war praktisch wirtschaftlicher Stillstand
Klaus Wellershoff stellt sich eine ganz andere Frage:
Jetzt flüchten viele in Sachwerte wie... eben... Aktien und Immobilien. Bei Aktien in Unternehmen welche wohl bei einem Staatskollaps nicht kollabieren werden. Die Anleger gehen also davon aus, dass genau diese Unternehmen in einem kollabierten Umfeld gleich wirtschaften wie in einem gesunden Umfeld. Dies wird dann spannend zu beobachten sein. Nehmen wir die nicht ganz vergleichbaren 30er Jahre zum objektiven Vergleich, dann wird es noch einige negative Überraschungen geben und viele Anleger werden sich dann fragen: "Ja man hat uns doch gesagt man soll in Sachwerte investieren...".Gut ich habe dann immer noch einen Aktienmantel von einer funktionierenden Firma, wie viel der Wert dann tatsächlich ist, bestimmt der Markt… und die neue Währung.
Die Abwärtsspirale dreht unentwegt weiter.....nach unten und wir wollen es nicht hören, schliessen die Augen und zeigen immer wieder bei einem kleinen optimistischen "zucken" mit dem Finger auf die Pessimisten. Optimisten haben von 6x, 5x recht, 1x die Pessimisten und dafür richtig, meistens so, dass die Optimisten alles und weit mehr verlieren, so oft geschehen in den letzten 20 Jahren, immer mehr und immer öfter!
Mit Island hat alles begonnen. Irland ist ihnen gefolgt schon bald Griechenland und Portugal. England schrammte nochmals kurz daran vorbei (bis jetzt). Jetzt ist Italien an der Reihe, die Rendite überquerte die "magische" 7% Grenze mit einem Sprüngchen (Die EZB hat diese heute wieder durch ihre Zukäufe unter 7% gedrückt). Hat jetzt tatsächlich jemand geglaubt, dass wenn Berlusconi geht, die Welt eine bessere ist? Nun, die Aktienbörsen schon, sie explodierten förmlich um dann ein und zwei Tage später wieder tiefer zu fallen. Frankreich, vielleicht aber auch Spanien könnten ihnen folgen. Die Oststaaten haben sich massiv mit dem Schweizer Franken verspekuliert, auch hier sollte man die Zinsentwicklung bei den Staatsanleihen beobachten. Der Markt sucht sich derzeit immer wieder gerne neue Opfer, dabei wird es wohl bleiben.
Die Staaten werden heruntergeratet in die Richtung in welche ein Land mit einem Rating fair (was fair auch immer heisst) bewertet wird. Das Rating basiert sowieso nur auf Vertrauen nicht auf den Fundamentaldaten. USA hat bald 16 Billionen USD schulden, muss nächstes Jahr wiederum über die Schuldenobergrenze diskutieren, wird sie wohl unweigerlich nach langem hin und her 1 Sekunde vor Schluss erneut anheben und hat immer noch ein AAA/AA+ Rating? Rating bei den Staaten könnte man sowieso weglassen. Ist ein Unternehmen derart verschuldet hätte es nie und nimmer ein AAA oder gar ein A Rating.
Es bleibt über allem jedoch auch, dass wir dem ganzen Geschehen nur zusehen und hoffen können, dass die Pessimisten falsch liegen und zumindest, dass wir Zeit gewinnen und das Erbe unseren Kindern überlassen.