Frau Merkel lacht, weil sie die Kanzlermehrheit holt und Alle suchen Lösungen die wohl extrem schwierig glaubhaft umzusetzen sind. Werden wir erleben wie uns die Politik, Notenbanken und Länder vorgemacht haben, dass wir ein "gutes" (neverending growth) Wachstumssystem haben? Es sieht ganz danach aus. Beinahe jeder der diesen Aussagen immer wieder glaubte, hat bis heute (mit Betonung auf heute) bei einer Investition Verluste gemacht. Ausser eventuell bei Gold und Immobilien (in einer entsprechenden positiven Dekade). Gut die Amerikaner fragen wir nicht mehr nach Immobilien, die haben Lehrgeld bezahlt. Die Party ist dort vorerst vorbei und wird Millionen von Amerikanern jahrelang eine Last bleiben um die Schulden zu bezahlen. Europa? Asien? Schweiz? Es wird gekauft als ob es morgen keinen Mörtel mehr gibt um ein Haus zu bauen. Der Preis ist beinahe egal.
Hierzu eine kurze Überlegung: Kauft jemand ein Haus von einem anderen Besitzer zu hohen Preisen ab, hat der Verkäufer einen guten Preis erzielt. Frage: Musste er verkaufen (Arbeitslosigkeit, Vermögen aufgebraucht, Schulden abzahlen)? Wollte er verkaufen? Stehen Renovationen in den nächsten Jahren an, welche er nicht bezahlen kann? Auf alle Fälle hat der Verkäufer (sofern er keine neue Immobilie gekauft hat) den Kopf aus der Schlinge gezogen und einen guten Preis erzielt. Der Trugschluss mit den tiefen Zinsen ist das tiefe Zinsniveau. Es spielt kurzfristig eine Rolle ob der Zins bei 2 oder 5 Prozent ist, richtig. Sollte jedoch das System zusammenfallen in dem, dass viele schlussendlich einfach kein Haus mehr haben wollen und es (durch Arbeitslosigkeit, höhere Rennovationskosten, Rezession etc.) zur Last wird, nützen einem die 1 oder 2 % Zinsen auch nichts mehr. Vielfach wird auch argumentiert, dass wir dieses Szenario noch nie erlebt haben (die Optimisten sagen auch wir werden das nie erleben). Hierzu sei die Frage erlaubt: Welches Wirtschaftsszenario in den letzten Jahrzehnten hat sich denn überhaupt wiederholt? Richtig, kaum Eines, es gab immer wieder eine neue Konstellation (Zitat auch von Kostolany siehe Video Interview von 1998 unter.
Es wäre fatal sich einfach an der Geschichte zu orientieren. Am Freitag war wieder Showdown!
Der Euro verliert gegenüber dem USD am Schluss der Börsensitzung massiv an Wert. Die Indizes brechen am Schluss der Börsensitzung ebenfalls ein. Die Schlagzeilen überhäufen sich: "Griechenland erwartet Zahlungsunfähigkeit",
die Credit Swaps von Morgan Stanley erreichen sprungartig Höchststände (war nicht auch Morgan Stanley im 2008/2009 stark konkursgefährdet?). Holt sie jetzt die Vergangenheit ein? Bankaktien auf alle Fälle sind oder befinden sich im freien Fall. Jetzt stellt die Schuldenlast der Länder plötzlich für die eine oder andere Bank ein gewisses Existenzrisiko dar.
Die Rohstoffe befinden sich ebenfalls im freien Fall, allen voran das vielfach erwähnte Kupfer, welches immer wieder als Wachstumsindikator herhalten soll.
Der Spread vom Crude Oil zum WTI Oil ist bei über 20USD (Wieso?).
Das Gold und Silber hat einen kurzfristigen Rückschlag erlebt, dürfte aber bei Währungsreformen sprungartig in Höhen katapultiert werden, von denen wir vor Jahren nicht zu träumen wagten.
Und dann sind noch die Ratingagenturen. Sie stellen sich zurecht die Frage wieviel Kredit Deutschland überhaupt noch gewähren kann. Deutschland hat immer noch das AAA Rating bei den grossen Ratingfirmen. Nun wenn man die Verschuldungsentwicklung Deutschlands mit den anderen kritischen Staaten vergleicht ist auch diese nicht gerade wenig angestiegen. Die Frage sei grundsätzlich erlaubt: Die Staaten haben es über 50 Jahre nicht fertig gebracht die Verschuldung zurückzuführen, also wie sollen sie es denn jetzt auf Höchstverschuldungsniveau wo die Zinslast nicht abgenommen hat, zurückführen können? Also können wir mal davon ausgehen, dass wenn nicht vorher unser System Probleme bekommt oder ein Schuldenschnitt kommt, die Verschuldungen wohl teils deutlich weiter steigen werden.
Das Gefühl, dass es in den nächsten Tagen, Wochen oder Monaten (kaum Jahre?) krachen wird ist derart nah, dass wohl viele Investoren im Moment einfach nur Cash halten und kaum investieren wollen (ausser die Trader). Diejenigen Investoren welche in den letzten 15 Jahren immer wieder Geld verloren haben und auch den Glauben haben dieses Geld irgendwann wieder "einzuspielen", dies wird wohl kaum passieren. Wer das Timing (Mut) nicht hatte, sprich in den Crashes 1987, 1990, 1998, 2002/2003 oder 2009 (2011 also heute, soll ich jetzt kaufen?) zu kaufen, hat den Zeitpunkt verpasst. Der Double Dip 2011/2012/2013 scheint einzutreten.
Es ist wohl so, dass die nächste Rezession vor der Türe steht, denn ein fundamentales Wachstum haben wir in den letzten 3 Jahren nicht gesehen. Es wurde Geld gedruckt, welches zum Bezahlen von Schulden gebraucht wurde, in der Wirtschaft ist das Geld nicht so angekommen wie es hätte sein sollen. Nur bei den grosskapitalisierten Banken und Firmen. Heute haben wir einen Höchststand an Firmengründungen, na klar weil viele ausgesteuert werden, müssen sie etwas machen und Gründen mit dem letzten Vermögen eine Firma. Vielleicht hat der eine oder andere Minifirmenunternehmensgründer dann tatsächlich Glück einen gewissen Marktanteil in seinem Segment zu schnappen, mit welchem er überleben kann.
Auf alle Fälle wissen ALLE nicht auch die Analysten der Banken (vor allem Diese) wie das Szenario "danach" ausschauen soll.
Man merke sich:
Die Börse ist ein Spiegelbild der Wirtschaft oder umgekehrt, sie macht jedoch nicht immer das, was die Wirtschaft spiegelt. Vor allem nicht zum Zeitpunkt, wenn die privaten Anleger meinen jetzt ist der Zeitpunkt zum ein- und/oder aussteigen gekommen.